Neue Ausschreibung im Projekt AIS
Ein Nachprüfungsantrag im Vergabeverfahren zum länderübergreifenden Vorhaben AIS (Adaptives intelligentes System) führt zur Aufhebung des laufenden Verfahrens. Das FWU bereitet eine neue Ausschreibung vor. Weiterentwicklung und Rollout des AIS-Teilprojekts „KI-Chatbot telli“ sind davon nicht betroffen und werden weiter vorangetrieben.
Ein Nachprüfungsantrag, den ein Bieterkonsortium im Rahmen des AIS-Vergabeverfahrens bei der zuständigen Vergabekammer eingereicht hatte, verzögert den Vergabeprozess. Eine zeitnahe Bezuschlagung des vom FWU bereits ermittelten wirtschaftlichsten Angebots ist somit nicht mehr wie geplant möglich. Die Durchführung des Projekts innerhalb des durch den DigitalPakt Schule festgelegten Zeitraums hat weiterhin für alle 16 beteiligten Bundesländer höchste Priorität. Die Länder verständigten sich mit dem FWU auf die Aufhebung des laufenden Verfahrens und beauftragten es, eine neue Ausschreibung vorzubereiten, um möglichst rasch in die Projektumsetzung starten zu können.
Chancen einer neuen Ausschreibung
Der Erfolg des Projekts AIS steht für alle Projektbeteiligten an erster Stelle. Um in diesem Sinne agieren zu können, war es den Ländern wie auch dem FWU ein Anliegen, schnellstmöglich zu Rechtsklarheit zu gelangen. Die Abwägungen berücksichtigten unter anderem die Rechtslage, zeitliche sowie technologische Aspekte, und führten schließlich zur Entscheidung, das laufende Vergabeverfahren aufzuheben und die Projektumsetzung neu auszuschreiben.
Eine Neuausschreibung bietet die Möglichkeit, sich auf die erfolgreiche Entwicklung des adaptiven intelligenten Systems zu konzentrieren und kann beispielsweise auch die dynamischen Entwicklungen im Bereich Künstliche Intelligenz berücksichtigen.
Keine Auswirkungen auf AIS-Teilprojekt „telli“
„telli“, der KI-Chatbot für die Schule, gilt als Teilprojekt von AIS, wird aber als völlig eigenständiges Produkt entwickelt. Die Weiterentwicklung und der schrittweise Rollout von „telli“ in den Bundesländern sind nicht von der Neuausschreibung im Projekt AIS betroffen. Die KI-Chatbot-Oberfläche wird aus dem AIS-Budget finanziert, mit dem Ziel, sie perspektivisch auch in AIS zu implementieren.
Lehren und Lernen mit dem adaptiven intelligenten System (AIS)
AIS als eine KI-gestützte adaptive Lehr-Lernumgebung kann zur individuellen Förderung von Schülerinnen und Schülern und zur Unterstützung und Professionalisierung von Lehrkräften im Schulalltag einen großen Beitrag leisten. Die personalisierte Bereitstellung von digitalen Lerninhalten ermöglicht es Lernenden, ihren Bedarfen entsprechend selbstständiger und in ihrem individuellen Tempo zu lernen. Für Lehrkräfte entstehen wiederum zeitliche Freiräume, um sich Schülerinnen und Schülern gezielter persönlich widmen zu können. Das in diesem Projekt zu entwickelnde System soll sich daher flexibel in die Unterrichtphasen integrieren lassen und somit einen Rahmen für modernes, abwechslungsreiches und motivierendes und adaptives Lehren und Lernen schaffen.
Herzstück des Systems sind individuelle Lernpfade ausgehend vom jeweiligen Lernstand der Schülerin bzw. des Schülers. Die Basis für die Adaptivität des Systems ist ein intelligenter Algorithmus. Auf Grundlage von Informationen zum Lernprozess der Schülerin bzw. des Schülers weist das System jeweils individuell passende Inhalte zu und überprüft diese Zuordnung fortlaufend. Ferner soll die Lernumgebung den Lernenden direktes Feedback zu ihrem Lernfortschritt geben. Durch Erklärungen und Hinweise des Systems sollen Lernende ihre individuellen Wissenslücken oder Fehlermuster besser nachvollziehen und mithilfe entsprechender Übungsaufgaben eigenständig schließen können. Bestehende Wissens- und Kompetenzfelder sollen so weiter gestärkt und ausgebaut werden. Hierbei können die derzeitigen Entwicklungen im Bereich der LLM und KI genutzt werden.
Gleichzeitig erhalten Lehrkräfte ein Instrument für ihren Unterricht, welches ihnen jederzeit einen Überblick über den Lernstand einzelner Schülerinnen und Schüler gibt und individuelle Unterstützungsbedarfe zu erkennen hilft. Die kumulierte Auswertung der Lerndaten ermöglicht es ihnen, auch für die ganze Lerngruppe frühzeitig und proaktiv spezifische Lehrangebote zu erstellen. Ziel des Systems ist es, als modernes digitales Lernmittel im Dienst der pädagogischen Freiheit von Lehrkräften zu stehen und diese in ihrem pädagogischen Handeln zu unterstützen, um möglichst individuelles Lernen der Schülerinnen und Schüler zielgerichtet zu ermöglichen.
Das Zielsystem, das zum Ende der Projektlaufzeit 2026 den Schulen zur Verfügung gestellt wird, soll eine Plattform mit adaptiven Lerninhalten und Übungen sein, die die Lehrkräfte im Unterricht und bei der Erfüllung ihrer Aufgaben unterstützt sowie den Lernenden in synchronen und asynchronen Übungsphasen im Unterricht und zuhause ein eigenverantwortliches Arbeiten auf dem individuellen Lernstand ermöglicht.
Da das geplante System auch Anbietern kommerzieller Bildungsmedien offenstehen soll, sind administrative Funktionen erforderlich, die die Bereitstellung, Nutzung und ggf. Abrechnung lizenzpflichtiger Medien ermöglichen. Hinzu kommt ein Editor, über den Inhalte von kommerziellen Bildungsmedien-Anbietern und nicht-kommerziellen Autoren(-teams) innerhalb des Systems entwickelt bzw. eingepflegt werden können.
Im Teilprojekt „KI-Chatbot-Oberfläche“ setzt das FWU eine kurzfristige Basislösung für den Zugang zu LLMs (Large Language Models) um. Sie steht den Bundesländern ab Frühjahr 2025 zur Verfügung. Das FWU betreibt die KI-Chatbot-Oberfläche „telli“ bis mindestens zum Ende der Projektlaufzeit (Juni 2026). Ein Betriebskonzept nach Juni 2026 soll innerhalb der Projektlaufzeit vorgelegt werden.
Das länderübergreifende Vorhaben AIS (Adaptives intelligentes System) wird vom FWU im Auftrag der 16 Bundesländer umgesetzt und über den DigitalPakt Schule finanziert.
FWU Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht
Seit 75 Jahren engagiert sich das FWU für die nachhaltige Stärkung der Bildung in Deutschland. Als verlässlicher Partner entwickeln und produzieren wir hochwertige Bildungsmedien und schaffen digitale Lösungen für eine zukunftssichere Bildungslandschaft, die den Herausforderungen von heute und morgen gerecht werden. Dabei setzen wir auf höchste Standards und eine enge Zusammenarbeit mit den verschiedenen Akteuren des Bildungswesens.
Als Medieninstitut der 16 Bundesländer sind wir ein neutraler, erfahrener und partnerschaftlicher Begleiter bei der Digitalisierung der Schulen. Ziel ist es, eine flächendeckend hochwertige Bildungsmedieninfrastruktur aufzubauen, die allen Schülerinnen und Schülern in Deutschland den Zugang zu modernen, digitalen Bildungsangeboten ermöglicht. Mit einem ganzheitlichen Ansatz und umfassendem Fachwissen gestalten wir Projekte für eine zukunftssichere Bildungsmedieninfrastruktur – von der Planung bis zur erfolgreichen Implementierung. Dabei sind wir stets darauf bedacht, länderübergreifende Synergien zu schaffen und zu nutzen.
Unsere Mission: Bildung digital gestalten – wirkungsvoll, verlässlich und zukunftsorientiert. Für starke Schulen, die den Herausforderungen von heute und morgen gerecht werden.
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