Effiziente Unterrichtsvorbereitung
by braun | Allgemein, Tipps und Tricks
Als Lehrerin bzw. Lehrer gehört die Unterrichtsvorbereitung zu deinem täglichen Geschäft. Sehr wahrscheinlich verbringst du mit ihr und den Korrekturen von Klassenarbeiten die meiste Zeit. 26 oder gar 28 Unterrichtsstunden pro Woche vorzubereiten, ist schon eine Aufgabe. Da ist es nicht mehr möglich, jede einzelne Stunde so akribisch und aufwändig zu planen wie noch im Referendariat. Vielmehr geht es bei deiner Unterrichtsvorbereitung jetzt um Effizienz. Schließlich gilt es erstens die Vorbereitung zeitlich zu schaffen und zweitens wäre es doch wünschenswert, wenn du trotz allem noch Zeit für dich selbst und die Dinge hättest, die dir gut tun. Wie dir dies gelingen kann, verrate ich dir in diesem Blog-Beitrag.
Strategie 1: Plane in größeren Einheiten
Als ich noch am Anfang meiner Lehrerlaufbahn stand, habe ich die Heute-für-morgen-Strategie verfolgt. Wenn ich nachmittags aus der Schule heimkam, plante ich meinen Unterricht für den darauffolgenden Tag. Dies setzte mich ziemlich unter Druck. Jeden Tag nach Schulschluss hatte ich die Unterrichtsvorbereitungen für den nächsten Tag vor mir. Diese zu erledigen, war ein Muss, da ich ja sonst ohne Plan vor meinen Klassen gestanden hätte. Wenn dann noch Korrekturen oder andere Aufgaben dazu kamen, stieg der Druck. Ich fühlte mich regelrecht unter Stress.
Die Lage entspannte sich deutlich, als ich begann, meinen Unterricht Woche für Woche zu planen. An einem festgelegten Tag strukturierte ich nun alle Stunden für die jeweils kommende Woche. Das hatte den Vorteil, dass es meine Schultage spürbar entlastete, weil der tägliche Druck wegfiel. In vielen Fällen reichte es mir nun, nachmittags oder abends, wenn ich meine Schultasche packte, noch einmal kurz über meine Planung zu schauen, um mich vorzubereiten. Hinzu kommt, dass ich dadurch, dass ich mehrere Stunden hintereinander plante, stärker in Zusammenhängen dachte. Stundenthemen und -abläufe ergaben sich fast wie von selbst.
Den gleichen Effekt kannst du beobachten, wenn du eine ganze Unterrichtseinheit entwickelst. Es gibt tatsächlich nichts Entspannenderes, als die Unterrichtsvorbereitung für die nächsten Wochen quasi schon fertig in der Tasche zu haben.
Strategie 2: Nutze doch mal die Pomodoro-Technik
Hast du auch manchmal Schwierigkeiten, ins Tun zu kommen bzw. dich ohne Ablenkung auf deine Unterrichtsvorbereitung zu konzentrieren und diese zügig abzuschließen? Dann könnte dir die Pomodoro-Technik des italienischen Unternehmers Francesco Cirillo helfen. Er war überzeugt davon, dass man, wenn man produktiver arbeiten will, auch Pausen braucht. Deshalb nahm er sich eine Aufgabe vor, notierte kurz (!), was dazu getan werden musste und stellte dann seine Küchenuhr auf 25 min. Dann arbeitete er konzentriert an der Aufgabe und legte danach eine Pause von fünf Minuten ein. Nach vier Durchgängen gönnte er seinem Gehirn eine 30-minütige Auszeit.
Die Pomodoro-Technik ist eine Selbst-Management-Methode, die dir dabei hilft, ein besseres Zeitgefühl zu bekommen und dich motiviert, innerhalb eines überschaubaren Zeitfensters hoch konzentriert und ohne Ablenkung zu arbeiten.
Strategie 3: Entspannter unterrichten mit der Drei-Felder-Wirtschaft
Du kennst diesen Begriff vielleicht noch aus dem Geschichtsunterricht. Die Landwirte im Mittelalter bewirtschafteten von drei Feldern stets nur zwei. Das dritte lag brach, damit der Boden sich erholen konnte. Auf deinen Unterricht übertragen, würde das bedeuten, dass du zwei deiner drei Klassen mit richtig gutem Unterricht versorgst. Du entwickelst eine schöne Unterrichtseinheit oder führst ein besonderes Projekt durch. In deiner dritten Klasse hingegen machst du einfach soliden Unterricht, der dich nicht so viel Vorbereitungsaufwand kostet. Dies erhält zum einen deine Zufriedenheit und entlastet dich zum anderen deutlich von deinem eigenen Anspruch, doch in allen Klassen und zu jeder Zeit ein Methoden- und Materialfeuerwerk abfeuern zu müssen. Vielmehr darfst du dir erlauben, ein Drittel deiner Klassen über einen Zeitraum von einigen Wochen „ruhen“ zu lassen. Dann werden die Klassen gewechselt. Auf diese Weise kommt jede Klasse in den Genuss deines besten Unterrichts und du arbeitest wesentlich wirtschaftlicher in Bezug auf deine zeitlichen und kreativen Ressourcen.
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Dies ist ein Beitrag von Claudia Rehder
Claudia Rehder ist erfahrene Lehrerin und Coach. Auf ihrer Online Plattform TeachersUp, in Workshops und Coachings bereitet sie Lehrer optimal auf ihren Beruf vor und unterstützt sie bei allen Herausforderungen des Schulalltags. Ihr Wunsch ist es, dass Lehrerinnen und Lehrer für und nicht gegen sich arbeiten.
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