Onlinespecial Zeitzeugen

Natürlich kann man sich Wissen über Geschichte auch aus Lehrbüchern aneignen – doch wirklichen Zugang zu ihr erhalten Schülerinnen und Schüler erst durch die persönlichen Erzählungen von Zeitzeugen. Leider gibt es von ihnen nicht mehr viele, und bald werden auch die letzten, die jene das Jahrhundert prägende Katastrophe des 2. Weltkrieges erlebt haben, über ihr Schicksal nicht mehr berichten können. In unserem Onlinespecial haben wir deshalb einige Titel zusammengestellt, mit denen Schülerinnen und Schülern die Vergangenheit aus erster Hand geschildert wird.

Der weiße Rabe – Max Mannheimer

Der Film ist ein Portrait von Max Mannheimer, einem Überlebenden der Konzentrationslager Auschwitz und Dachau. Max Mannheimer ist einer der letzten, aktiven Zeitzeugen. Der Film zeigt, wie Max Mannheimer mit den niemals endenden Erinnerungen an die Lager und dem Verlust der Familie umgeht. Als Zeitzeuge in Schulen sprechen, Malen unerschütterlicher Optimismus und Witz sind seine Waffen und zugleich Therapie. Der Film zeigt seine erste Wiederbegegnung mit Auschwitz 1991 und begleitet Max Mannheimer durch das Jahr 2008. Zum Shop.

Endstation Seeshaupt

Ende April 1945 evakuieren die Nationalsozialisten das KZ-Außenlager Mühldorf-Mettenheim. 4000 Häftlinge werden in einen Güterzug verladen. Auf der Flucht vor den alliierten Truppen irrt der Zug eine Woche durch Oberbayern, ohne dass die Menschen in den Waggons mit Nahrung oder Getränken versorgt werden. Mehr als 60 Jahre später begibt sich Luis Sneh, ein Überlebender des Holocaust, auf eine Reise der Erinnerung. Für den Dokumentarfilm ‚Endstation Seeshaupt‘ fährt er mit dem Zug entlang der damaligen Strecke und erzählt dabei vom Leiden im Lager, von Hunger, Krankheit und Tod in den Waggons, von den Zwischenfällen in Poing, München, Beuerberg und von der Befreiung in Seeshaupt. Zum Shop.

Zeitabschnitte des Werner Bab

Der 1924 geborene Holocaustüberlebende Werner Bab schildert in dieser Dokumentation eindrucksvoll seine Lebensgeschichte. Er beschreibt das Schicksal jüdischer Bürger ab dem Beginn des Zweiten Weltkriegs, besonders intensiv die Alltäglichkeit in den Konzentrationslagern, insbesondere im Stammlager Auschwitz. Die Biografie Werner Babs kann leider nicht als paradigmatisch angesehen werden, denn nur eine Minorität der Verfolgten konnte das Ende des Krieges erleben. Die DVD ist ergänzt durch den Zusatzfilm ‚Rückkehr nach 60 Jahren‘ und 7 Kurzfilme. Zum Shop.

Die Frauen von Ravensbrück

Die Träume hab‘ ich heute noch. Nur dass ich nicht mehr schreie dabei“. Über 120 000 Frauen haben Ravensbrück, das größte Frauen-KZ der NS-Geschichte, erlitten. Die meisten der Überlebenden haben nie davon gesprochen. 25 Jahre lang hat Loretta Walz Überlebende aus fünfzehn west- und osteuropäischen Ländern in Videointerviews befragt – nach ihrem ganzen Leben, nicht nur den Jahren in Ravensbrück. Ihre bewegenden Erzählungen sind ein einzigartiges Dokument, das Geschichte vielstimmig lebendig macht. 12 Kapitel mit Anwahlpunkten. Empfohlen von der Medienbegutachtungsstelle Baden-Württemberg. Zum Shop.

Zeitzeugen im Gespräch – Freya von Moltke

Freya von Moltke, Witwe des Initiators des Kreisauer Kreises, Helmuth James Graf von Moltke, ist eine der letzten lebenden Zeitzeuginnen des Widerstands gegen das Dritte Reich. Im Jahr 2006 entstand in ihrer Heimat Vermont in den USA das Interview, das dieser Produktion zugrunde liegt. In ihm gibt Freya von Moltke Auskunft über die Motive, die zur Gründung des Kreisauer Kreises führten, über die konspirative Arbeitsweise der Beteiligten sowie über die Kernfrage des Widerstands – den Tyrannenmord. Daneben spricht sie aber auch über sehr persönliche Erlebnisse nach der Verhaftung ihres Mannes im Frühjahr 1944 bis hin zu dessen Hinrichtung knapp ein Jahr später. Zum Shop.

Versöhnungsarbeit: Junge Deutsche begegnen ehemaligen KZ-Häftlingen

Die Dokumentation ‚Versöhnungsarbeit‘ thematisiert die Versöhnungsarbeit des katholischen Hilfswerks ‚Renovabis‘ in Osteuropa: Junge Musiker aus Polen, Tschechien und Deutschland besuchen das ehemalige Ghetto Terezin/Theresienstadt und musizieren gemeinsam die Werke jüdischer Komponisten. Bei einem Besuch in Deutschland sprechen ehemalige KZ-Häftlinge aus Russland vor Schulklassen über ihre traumatischen Erlebnisse. In Krakau pflegen deutsche Freiwillige ehemalige KZ-Häftlinge. Die beeindruckenden Beispiele des gemeinsamen Erinnerns aus dem Film werden im ROM-Teil der DVD mit weiteren Arbeitsmaterialien ergänzt. Zum Shop.

„Rassenschande“: Für eine Liebe ins Konzentrationslager

Zu Anfang des Krieges verliebte sich die junge Bauernmagd Anni in einen polnischen Zwangsarbeiter. Nach den Rassegesetzen der Nationalsozialisten war diese Beziehung streng verboten. Anni wurde schwanger und sie und ihr Geliebter gerieten in die Mühlen des Naziterrors – sie kam in das ‚Frauen-KZ‘ Ravensbrück, ihr polnischer Geliebter ins KZ Dachau. Beide überlebten die Torturen der KZ-Haft und heirateten gleich nach dem Krieg. Doch bis in die 50er Jahre werden sie und die Kinder als Staatenlose diskriminiert. Zum Shop.