Die Prinzessin von Sansibar

Sayida Salme, Schwester des Sultans und Prinzessin von Sansibar, verliebt sich in den Kaufmann Heinrich Ruete. Sie heiraten und leben in Deutschland. Trotz rassistischen Anfeindungen erleben sie drei glückliche Jahre bis der Mann durch einen Unfall stirbt. 1885 verlässt die Prinzessin Deutschland und wird von Reichskanzler Bismarck als Schachfigur in einem kolonialen Intrigenspiel benutzt. Es geht um Sansibar/Ostafrika.

Der ebenfalls enthaltene Dokumentarfilm ‚Wir hatten eine Dora in Südwest‘ greift einen bisher wenig beachteten, hochinteressanten Aspekt der deutschen Kolonialgeschichte und ihrer Folgen auf. 1907 wird der ‚Deutschkoloniale Frauenbund‘ gegründet, mit dessen Hilfe u.a. die „Zufuhr“ von deutschen Bräuten an die Schutztruppen und Siedler gefördert werden soll, um der vermeintlich drohenden „Verkafferung der Männer in Deutsch Südwest und Deutsch Ostafrika“ entgegenzuwirken. Der Film thematisiert auch die politische Einstellung und die Verhaltensweisen deutschstämmiger Namibier gegenüber den Schwarzen im von Südafrika unabhängig gewordenen Namibia.

Didaktische Hinweise:
Beide Filme empfehlen sich für den schulischen Einsatz (ab 9. Klasse) wie auch für die außerschulische Bildungsarbeit für folgende Bereiche und Themenfelder: Geschichte (Kolonialgeschichte, Wilheminisches Kaiserreich, Erster Weltkrieg, Geschichte der Afrikaner/innen in Deutschland; Nationalsozialismus, Gender-Geschichte, Rassismus und Eugenik, Völkermord), politische und kulturelle Bildung (Apartheidsysteme, Völkerrecht, Interkulturalität) und Ethik/Religion (Islam und Christentum; Menschenrecht und Menschenwürde, Rolle der Kirchen/Religionen im Kolonialismus). Weitere Hinweise sind im 16-seitigen Beiheft aufgeführt. Zum Shop.