Rechtliche Aspekte bei der Nutzung von Medien im Schulunterricht

Immer wieder werden wir nach der Rechtslage für die Vorführung von Medien in der Schule gefragt. Was muss beachtet werden, wenn Filme, Videos oder DVD-Videos in der Schule gezeigt werden sollen? Wie darf ich als Lehrer Filme einsetzen? Gibt es überhaupt Probleme, denn schließlich werden die Medien ja für Bildungszwecke genutzt?

Lassen Sie sich diesbezüglich auf kein Abenteuer ein: Mit FWU-Medien sind Sie in jedem Fall auf der sicheren Seite!

Sie können FWU-Medien bei Ihrem Medienzentrum entleihen oder FWU-Medien direkt ohne Verleihrecht beim FWU erwerben.

Da die lehrplanzentralen FWU-Medien, wie auch die Medien, die im Allgemeinen Bildungsprogramm „Durch FWU im Bild“ erscheinen, stets mit dem Recht zur nichtgewerblichen öffentlichen Vorführung ausgestattet sind, können das verleihende Medienzentrum aber auch die entleihenden Lehrer/innen sicher sein, dass die Vorführung in der Schule uneingeschränkt möglich ist.

Egal ob Unterrichtsvor- oder nachbereitung, Unterricht mit einer oder mehreren Schulklassen, Leistungskursen oder Grundkursen, Arbeitsgemeinschaft, Projektwoche, Schulfest oder Elternabend: unsere Medien sind in allen Bereichen und Arbeitsformen der Schule einsetzbar.

Was unsere 1:1 FWU-DVD-Videos mit Anwahlpunkten und unsere didaktischen FWU-DVD-Videos betrifft, haben Sie zudem die Möglichkeit, kleine Teile aus diesen Produktionen für eigene Präsentationen oder Arbeitsblätter im Schulunterricht zu verwenden.

Dennoch wollen wir auch auf die Dinge hinweisen, die aus rechtlichen Gründen nicht gestattet sind.

  • Sofern nicht ausdrücklich von uns gestattet, dürfen Sie selbst keine Kopien unserer Medien anfertigen.
  • FWU-Medien, die Sie ohne Verleihrecht erworben haben, dürfen nicht verliehen werden.
  • Bei Schulen, die unsere Medien direkt als Schullizenz bei uns erworben haben, ist ein Einsatz außerhalb der Schule nicht möglich. Das verleihende Medienzentrum kann unsere FWU-Medien auch an andere Bildungseinrichtungen verleihen. In Zweifelsfällen genügt ein Anruf bei uns und wir helfen Ihnen gerne weiter.
  • Sollten Sie kleine Teile unserer DVD-Videos in Präsentationen oder Arbeitsblätter aufgenommen haben, dürfen Sie diese nicht veröffentlich oder verbreitet werden. Diesbezüglich gilt: Schulunterricht: ja! Schulhomepage: nein!

Für sämtliche Rückfragen stehen wir Ihnen natürlich gerne unter der
Telefonnummer: 089 / 64 97 – 372 zur Verfügung.

Veräußerung von alten FWU-Medien, insbesondere 16mm-Filmen
Aus aktuellem Anlass weisen wir darauf hin, dass mit dem Erwerb von FWU-16mm-Filmen und FWU-Videokassetten ausschließlich die Nutzungsrechte zum Verleih und zur Vorführung im nichtgewerblichen Bildungsbereich im Zuständigkeitsbereich der Bildstelle / des Medienzentrums erworben wurden.
Ein Verbreitungsrecht, wie der Verkauf, die Vermietung, die Versteigerung über Internetauktionen oder die Übertragung weitergehender Nutzungsrechte an Dritte wurden in keinem Fall eingeräumt.

Bitte wenden Sie sich bei Rückfragen an:
Heiko Reeck,
Leiter der Rechtsabteilung,
Tel: 089/6497-372,
Fax: 089/6497-360,
E-Mail: heiko.reeck@fwu.de

Stellungnahme des FWU zur E-Mail aus dem Bundesministerium der Justiz vom 1. 2.2005
Das Bundesministerium der Justiz (BMJ) hat sich dahingehend geäußert, dass von Lehrern privat erworbene oder entliehene Medien innerhalb des Klassenverbandes vorgeführt werden dürften, ohne zuvor die Zustimmung des jeweiligen Rechteinhabers einholen zu müssen. Gleichzeitig wird dargestellt, dass Schulveranstaltungen, an denen die ganze Schule oder mehrere Klassen teilnehmen, als öffentlich zu qualifizieren seien und somit ein Rechteerwerb nötig ist.

Ausgehend von dieser Aussage möchte das FWU zu dem Einsatz von Medien in Schule und Unterricht erneut Stellung nehmen.

Wie auch vom BMJ dargestellt, ist die Nutzung von Filmwerken in der Schule kein einheitlicher Vorgang. Die Vorführung kann sowohl im Rahmen des eigentlichen Schulunterrichts erfolgen, sowie auch im Rahmen von Schulveranstaltungen etc.

Das entscheidende Kriterium hinsichtlich der Öffentlichkeit ist die Verbundenheit der Werknutzer durch persönliche Beziehungen. Liegt diese Verbundenheit durch persönliche Beziehungen vor, ist die Nutzung nicht öffentlich, ansonsten ist sie öffentlich.
Es wird zwar von Seiten des BMJ behauptet, dass die Verbundenheit durch persönliche Beziehung im Klassenverband vorhanden sei, die Werknutzung somit nicht öffentlich sei, jedoch kann auch dies bestritten werden. Es ist nämlich durchaus fraglich, ob beispielsweise in der Kolleg-, bzw. Oberstufe mit Kurssystem, wo nach jeder Stunde oder Doppelstunde andere Schüler in anderen Kursen aufeinandertreffen, noch von Verbundenheit durch persönliche Beziehungen gesprochen werden kann. Gleiches gilt für neue Schulformen, wie beispielsweise für die Ganztagsschule oder die Gemeinschaftsschule. So hat in Einzelfällen der Bundesgerichtshof entschieden, dass die Werknutzung an Zoll- und Finanzschulen öffentlich ist (Urteil vom 17.03.1983), ebenso wie die Werknutzung in Justizvollzugsanstalten (Urteil vom 07.06.1984). In beiden Fällen wurde die Verbundenheit durch persönliche Beziehungen verneint.
Wenn sich bereits nur zwei Parallelklassen einen Film gemeinsam anschauen, ist die Vorführung eines Filmes öffentlich, bei weiteren Schulveranstaltungen, Schulfesten, Schultheateraufführungen etc., erst Recht. Durch häufige Anfragen von Medienzentren, Schulen und Lehrern, wissen wir, dass unsere Medien in Schulen auch durchaus in den genannten Veranstaltungen eingesetzt werden. Die Verunsicherung bei den Schulen ist oft sehr groß, ob eine solche Nutzung überhaupt erlaubt ist.

Klartext: Der Einsatz von FWU-Medien innerhalb der Schule, egal ob Unterricht oder sonstige Schulveranstaltung, ist ohne rechtliche Probleme möglich.

Das Problem betrifft insbesondere Spielfilme, die auch im Handel zu weitaus günstigeren Konditionen zu erwerben sind, da eben die öffentlichen Vorführrechte mit dem Erwerb des Spielfilmes in diesem Fall nicht mit abgegolten werden. Hier gilt das oben gesagte dennoch genauso. Selbst unabhängig von der Frage der rechtlichen Einordnung der Werknutzung in der Schule, ist uns bekannt, dass auch andere nichtgewerbliche Bildungseinrichtungen Spielfilme entleihen oder direkt bei uns bestellen, die die Spielfilme nach eigener Aussage mit Sicherheit öffentlich vorführen.

Klartext: Aus Gründen der Rechtssicherheit muss das FWU auch für Spielfilme die öffentlichen Vorführrechte erwerben und kann diese mit dem Erwerb des Spielfilms mitübertragen.

Medienrecht und Schule – Medien verantwortlich nutzen und selbst gestalten
In diesem Dokument von Johannes Philipp von der Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung wird ausführlich auf die rechtlichen Aspekte des Medieneinsatzes in der Schule eingegangen. Medienrecht und Schule