Christen in der DDR

Die Situation der Christen in der DDR war von Beginn an von Spannungen geprägt. Die Staatsideologie der DDR, der betont atheistische Marxismus-Leninismus, ging von einem Niedergang der Religion aus: Der kommunistische Mensch benötigt das "Opium" der Religion nicht mehr, da er an der Realität nicht mehr leide.
Auch wenn die Religionsfreiheit in der DDR in der Verfassung festgeschrieben war und auch wurde formal gewährt wurde, versuchte die DDR-Staatsführung, die Kirchen zu schwächen und christliche Werte oder Begriffe in ihrem Sinne umzudeuten. Dazu wurde zunächst eine sehr strikte Trennung von Kirche und Staat eingeführt, der Religionsunterricht an den Schulen wiederum wurde abgeschafft.

Repressionen
Die DDR-Staatsführung versuchte auf allen Gebieten, die Kirchen zurückzudrängen und ihnen die Menschen zu entziehen. So wurde beispielsweise der Konfirmation und Firmung die Jugendweihe entgegengesetzt. Das hat dazu geführt, dass fast alle Jugendlichen der DDR die Jugendweihe erhielten, nur sehr wenige aber konfirmiert oder gefirmt wurden. Einige Jugendliche nahmen sowohl an der kirchlichen als auch an der staatlichen Weihe teil, um damit dem staatlichen Druck und den schulischen Repressionen, die mit einer Nichtteilnahme verbunden waren, zu entgehen.
Desweiteren waren berufliche Karrieren im Staatsdienst oder in leitenden Funktionen Christen bzw. Mitgliedern einer Kirche weitgehend verschlossen. Auch wurde Jugendlichen von Schulen und Ausbildungsstätten mit Nichtzulassung zur Erweiterten Oberschule oder zum Studium gedroht, wenn sie den Kontakt zur Kirche nicht aufgäben.
Christlich geprägte Begriffe und Formulierungen sollten durch "neutrale" ersetzt werden sollten, so etwa das "vor Christus" in Geschichtsbüchern, das durch das "vor unserer Zeitrechnung" (v.u.Z.) abgelöst wurde. Auch das Weihnachtsfest fiel der DDR-Ideologie zum Opfer und hieß im offiziellen Jargon "Jahresendfeier", der Weihnachtsengel gar "geflügelte Jahresendfigur".
Auch wenn gerade die letzten Beispiele zum Schmunzeln anregen, sollte das nicht darüber hinwegtäuschen, welche Repressionen, Anfeindungen und persönliche Nachteile Menschen in der DDR erfahren mussten, lediglich deshalb, weil sie ihren Glauben nicht aufgeben wollten.

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Interessante Links

Die Kirchengemeinde im Internet stellt die Kirchengeschichte der DDR von 1945-1990 dar.
http://www.seggeluchbecken.de/kirche/ddr-kirche.htm

Im sogenannten „Lexikon des Alltags“ des MDR findet sich ein ausführlicher Artikel zum Thema.
http://www.mdr.de/damals/lexikon/1778173.html

Umfangreiches Informationsportal der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland:
http://www.ekmd.de/geschichte/chronikkirchenddr/

Ein Artikel über grüne Initiativen der evangelischen Kirchengemeinde in der DDR:
http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/dokument.html?id=14346797&top=SPIEGEL

Vertiefende Informationen zu Heino Falcke und seinem Vortrag: „Christus befreit – darum Kirche für andere”:
http://de.wikipedia.org/wiki/Heino_Falcke

Das Ökumenische Informationszentrum Dresden e.V. informiert unter anderem über die Geschichte der Ökumenischen Versammlung in der ehemaligen DDR.
http://www.infozentrum-dresden.de/index.html

Die Ökumenische Friedensdekade informiert zu einem Beitrag unter dem Thema „Mauern überwinden“ über die evangelische Kirche in der DDR.
http://www.friedensdekade.de/News-Anzeige.151+M5ed7c2ee7a2.0.html

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